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wir gehen

keiper lyrik 21

von  Sandra Hubinger

Mit ihrem Gedichtband wir gehen gewinnt Sandra Hubinger dem Natur- und Landschaftsgedicht neue, von einem unverwechselbaren Personalstil getragene Qualitäten ab, mit denen sie dieses Genre zeitgenössisch interpretiert und fortentwickelt. Ihre detailreichen Schilderungen der Umgebung beruhen auf genauer und geduldiger, fast wissenschaftlich beharrlicher und gleichzeitig emotional durchlässiger Beobachtung. Dabei steht die vorurteilsfreie Sinneswahrnehmung gleichrangig neben dem auswählenden Zugriff und der behutsamen Interpretation des Wahrgenommenen; weder bleibt die Natur eine distanzierte Fremde, noch verflacht sie zur Folie menschlicher Befindlichkeiten. So wird das Naturgedicht zur hoch aktuellen Herausforderung in Hinblick auf immer neu zu überprüfende Verhältnisse: zwischen Sprache und Wirklichkeit, zwischen direkter Anschauung und Reflexion, zwischen naturbedingt Vorgefundenem und kulturell Überformtem, zwischen traditionellen lyrischen Herangehensweisen und zeitgenössischer Neuinterpretation. Der thematische Bogen der Gedichte wird im Verlauf des Buches zunehmend weiter gespannt, neben Natur und Landschaft werden auch Kindheit und Erinnern, Wachsen und Vergehen thematisiert – und ein vielgestaltiges Wir, das in diesen Gedichten wie mit einer einzigen Stimme zu sprechen scheint. Eine Leseempfehlung für alle, die avancierte und vielschichtige Lyrik schätzen! (Helwig Brunner)

Preis: AT € 15,40 / DE € 14,98

ISBN13: 978-3-903144-87-3

Erscheinungsdatum: 20.09.2019

Seiten: ca. 86

Sprache: Deutsch

Format: 17,6 x 11,6 cm; Softcover

 

Foto: Gabriela Hecher

1 Bewertung für wir gehen – keiper lyrik 21

  1. Christoph Janacs

    Sandra Hubinger, H. C. Artmann-Stipendiatin von 2018, legt mit „wir gehen“ ihren zweiten Gedichtband vor, eine kunstvoll verwobene Sammlung von 66 Gedichten und einem Prolog, die, in sieben Zyklen zusammengestellt, der alten, von vielen schon für tot erklärten Gattung Natur- und Landschaftsgedicht neue Facetten abgewinnt. In einem ganz eigenen Sprachduktus, der genaue Beobachtung mit poetischen Bildern vereint und oft auf fertige Satzgebilde verzichtet, geht ein ungewisses, auf jeden Fall vielgestaltiges wir durch die Welt und lässt sich auf beklemmende, absurde und manchmal zum Schmunzeln reizende Situationen ein. Beispielhaft das folgende Gedicht, das hier ungekürzt wiedergegeben werden soll: „Was wir einlegten in Salz und Essig / in Wörter wässrig die Silben überreif / eingerext als stiller Protest die / Glaswände innen beschlagen // Was wir wegfegten von unseren / Terrassen die Föhrennadeln und / Zapfen die ausgelatschte Sandale / Zeitungsblätter den Unfug vom // Kinn die Skepsis von der Augenbraue / was wir schauten und dachten wonach / wir trachteten was wir mit Aufmerksamkeit // Bedachten betrachtete uns bloß / als Teilchen im großen Ganzen“. Eine ganz eigene lyrische Stimme, die uns gespannt die nächsten Publikationen Hubingers erwarten lässt. Und ein Dank an den Keiper Verlag für die Lyrikreihe, die, kompetent betreut von Helwig Brunner, uns immer wieder mit neuen, eigenwilligen DichterInnen konfrontiert.

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